Guten Rutsch!

Wer mich kennt, der weiß, ich floskel nicht gern rum! Dennoch wünsch ich euch allen einfach mal ein guten Rutsch ins neue Jahr und anschließend einen guten Start im Jahr 2019. Vor allem wünsche ich allen Gesundheit und Zufriedenheit! Weil genau das ist viel Wert und phasenweise wirklich schwer zu erreichen oder fühlt sich gar unerreichbar an!

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Ich für mein Teil bleibe meiner Linie der letzten Wochen und inzwischen fast schon Monate treu und werde nichts trinken, nicht rauchen und wie immer nicht böllern! Letzteres ist immerhin auch was, das ich nun schon konstant mache und auf der Seite „das gehört zu mir“ verbuchen kann.

Cheers, Sappy

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Weihnachten

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Wie ich Weihnachten und dieses drum-herum hasse. Weihnachtsmärkte kann ich absolut nicht ab. Der Glühwein dort schmeckt nicht nach Weihnachten, sondern wie „fünf inne Fresse“. Und wenn ich dann noch „Wham! – Last Christmas“ im Radio höre könnte ich ausrasten.

„Und? Warst schon auf dem Weihnachtsmarkt?“ „Hast schon Geschenke gekauft?“ „Hast schon Gebacken?“ „Aber Lebkuchen hast schon gegessen oder?“ „Was machst du Weihnachten um 11:37 Uhr?“

Verfickt NEIN! NEIN! NEIN! JA EIN PAAR! KEINE AHNUNG EVTL. MIT SATAN BIER TRINKEN!

Ich glaub ich muss mal irgendwie zusehen, dass ich den Dezember zukünftig irgendwo in Tibet, Nepal oder irgendwo  in Alpha Centauri verbringe.

Dysthymie

Ich hab jüngst was über Dysthymie gelesen, wo ich bis vor paar Stunden noch nicht einmal wußte, ob man das Essen kann oder nicht 😲

Im Prinzip ist das eine chronische Depression. Da können depressive Episoden dazu kommen (= double depression), für gewöhnlich sind die Symptome hier aber weniger stark ausgeprägt, dafür konstant und langanhaltend (> 2 Jahre). Überlagert sich das mit depressiven Episoden (die zumindest sind ja diagnostiziert, anderseits, wer mit nem psychischen Macke hat die schon auch nicht? ), dann wirken natürlich die relativ ähnlichen Symptome auch deutlich heftiger. Und auch sonst gibt mir die Beschreibung ganz schön zu Denken. Ich füge mal die beste Beschreibung ein, die ich so in kurzer „recherche“ gefunden habe:

Typische Symptome einer Dysthymie:

  • Gefühle: Die Stimmung ist unglücklich, niedergeschlagen, bedrückt, verzweifelt und resigniert. Es kann sein, dass Jemand bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbricht oder aber, dass er sich tief bedrückt und verzweifelt erlebt, aber geradezu daran leidet, nicht weinen zu können. Die Bandbreite normalen emotionalen Erlebens ist stark eingeschränkt. Ein stark depressiver Mensch kann sich über positive Ereignisse nicht freuen. Vielleicht kann er solches nicht einmal mehr wahrnehmen. Viele depressive Menschen beschreiben ein „Gefühl der Gefühllosigkeit“. Sie leiden daran, keine Gefühle der Liebe mehr empfinden zu können und äußern, dass alles leer, stumpf und abgetötet sei. Sie sprechen von einem „Erkalten über Gefühle“ oder einer „seelischen Mauer“, die sie umgibt.
  • Energie/Antrieb: Depressive Menschen leiden daran, sich nicht aufraffen zu können, etwas zu tun. Der Wille zu Aktivitäten kann durchaus vorhanden sein, aber der Betreffende erlebt sich in hohem Maße lustlos, antriebslos, schwach und kraftlos, ohne Schwung und ohne Initiative. Er kann sich nicht aufraffen. Der „innere Schweinehund“ wird unüberwindbar groß. Manche Menschen beschreiben es als ein Gefühl, „als ob eine unsichtbare Macht einem von jeglicher Aktivität fern hält“. Entgegen dieser depressiven Hemmung, die zumindest bei schweren Depressionen auch für die Umgebung sichtbar wird, erleben viele Menschen eine starke innere Unruhe. Sie sind nervös, gestresst, gehetzt und getrieben, „wie unter Strom“. Als Versuch, die depressive Hemmung mit Willensanstrengung zu überwinden, kommt es oft zu einem hektischen Beschäftigungsdrang. Vieles wird angefangen, jedoch ohne die Tätigkeit zu einem sinnvollen Ende führen zu können.
  • Aufmerksamkeit/Konzentration: Die Konzentration ist meistens beeinträchtigt. Eine längere konzentrierte Beschäftigung mit einer Sache wird unmöglich. Das Denken ist gehemmt, die Merkfähigkeit eingeschränkt. Die Aufmerksamkeit wird zunehmend von der Umgebung (private oder berufliche Angelegenheiten) abgezogen. Sie engt sich immer mehr auf die depressive Symptomatik ein. Es wird zunehmend schwer, sich mit mehreren Dingen gleichzeitig zu beschäftigen, man erlebt sich selbst als abwesend, mit den Gedanken woanders.
  • Denken: Typisch für eine Dysthymie ist das grüblerische Denken. Die Gedanken drehen sich im Kreis, die immer gleichen Denkinhalte drängen sich auf. Man kommt zu keinem Ergebnis. Dabei zermürbt das depressive Denken. Es kommt zu einer Überbewertung früherer oder aktueller Ereignisse mit dem Resultat eines schlechten Gewissens. Vielleicht werden kleinere Verfehlungen aus der Vergangenheit gegenwärtig, mit der Tendenz, sich ständig vor sich selbst rechtfertigen zu müssen. Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, ist stark herabgesetzt. Bei einer schwer ausgeprägten Dysthymie kann Jemand auch bei einer banalen Fragestellung in ein grüblerisches Abwägen geraten, sich hin- und hergerissen fühlen, unfähig, zu einer Entscheidung zu gelangen.
  • Selbstwert: Bei einer Dysthymie erscheint der Betroffene sehr dünnhäutig. Er ist sehr sensibel gegenüber Kritik und fühlt sich rasch angegriffen. Er neigt unter Umständen dazu, Schuldgefühle zu entwickeln, auch dort, wo es nicht um eigenes Verschulden geht. Das Selbstwertgefühl ist insgesamt deutlich herabgesetzt. Menschen erleben sich nicht selten als eine Last für ihre Umgebung und entwickeln lebensmüde Gedanken. Dies kann beginnen mit den unspezifischen Gedanken, das alles nicht mehr aushalten zu können, nicht mehr aufwachen zu wollen. Nicht selten tauchen konkrete Suizidgedanken oder -pläne auf. Ca. 50 % aller tödlich verlaufenden Selbstmordversuche werden im Rahmen depressiver Erkrankungen begangen.
  • Zwischenmenschlicher und beruflicher Bereich: Das Interesse an Hobbys geht verloren. Es fällt zunehmend schwer, Kontakte aufrechtzuerhalten. Der dysthyme Mensch tritt einen Rückzug an, igelt sich ein, sagt häufig unter Vorwänden Verabredungen ab. Es fällt schwer, neue Kontakte zu knüpfen. Weil man sich nicht traut seinen Freunden mitzuteilen an einer Dysthymie (Depression) zu leiden, verstehen diese die eigenen Reaktionen oft falsch und wenden sich aus Ärger ab. An der Arbeit entsteht zunächst ein Gefühl permanenter Überforderung. Arbeiten dauern länger als sonst. Schließlich kommt es auch zu einem objektivierbaren Leistungsabfall. Das Arbeitspensum wird nicht geschafft. Nicht selten nimmt man Akten mit in den Feierabend, ins Wochenende oder in den Urlaub. Hierdurch beschleunigt sich zumeist die Abwärtsspirale dysthymen Erlebens, da Regenerationszeiten zunehmend fehlen.

(Quelle: Hardtwaldklinik )

Joa, wenn ich da nun noch diese gelegentlichen implusiven, wütenden Zeiten und selbstschädigendes und selbstverletzendes Verhalten hinzufüge, dann bin das halt auch irgendwie 1a ich. Denn sind die Gefühl nicht im Übermaß da, sind sie eigentlich gar nicht da. Oder zumindest nicht spürbar. Und es würde meine Glaubenssätze und meine Grundeinstellung/Grundannahme vom Leben eigentlich ziemlich schnell erklären. Dazu kommen noch

Körperliche Symptome bei einer Dysthymie:

  • Schlafstörungen: Einschlafstörungen können auftreten, sind insgesamt aber weniger typisch als Durchschlafstörungen, die fast bei keiner Dysthymie fehlen.
  • Appetit: Eine stark ausgeprägte Dysthymie gehen häufig mit einer Appetitminderung und teilweise auch mit einer Gewichsabnahme einher. In anderen Fällen kommt es zu Heißhunger und folglich zu einer Gewichtszunahme.
  • Kopfdruck: Typisch für eine Dysthymie ist ein diffuser Druck im ganzen Kopf. Es handelt sich nicht im eigentlichen Sinne um einen Kopfschmerz, bei dem es irgendwo pocht, sticht oder hämmert. Dysthyme Menschen beschreiben diesen Kopfdruck oft als ein Gefühl, ständig einen Helm zu tragen oder so, als sei der Schädel ständig leicht in einen Schraubstock eingespannt.
  • Atmung: Enge im Brustkorb, Druck auf der Brust, flache Atmung, schweres Atmen und Keuchen.
  • Herzbeschwerden: Herzklopfen, Herzrasen. Stechen und Brennen in der Herzgegend, Druckgefühl hinter dem Brustbein.
  • Kreislauf/vegetatives Nervensystem: Hitzewallungen und Kälteschauern. Zittern. Leichtes Erröten. Kalte Hände und Füße. Temperaturüberempfindlichkeit. Blutdruckschwankungen bzw. ständig erhöhter Blutdruck. Schwindel, weiche Knie.
  • Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen. Häufige Blähungen. Sodbrennen. Magendruck. Häufig Verstopfung, seltener Durchfall.

Ok, Schlafstörungen habe ich in der Regel eigentlich keine und mit dem Mage-Darm-Trakt klappt’s eigentlich auch noch, aber der Rest ist auch ziemlich stark vorhanden. Vor allem der Kopfdruck. Den konnte ich erst gar nicht beschreiben, besonders aber in den letzten Wochen war dieser erschreckend häufig da. Und jetzt wo ich das lese wie das hier beschrieben wird, bin ich direkt erschrocken. Denn ich habe mir zuletzt mehrfach an den Kopf gegriffen weil ich dachte „oh die Cap sitzt aber sehr eng heute, das tut ja fast weh“ – „oh ich hab gar keine auf!??!“.

Ich glaube in der nächsten Therapiestunde, die praktischerweise morgen stattfindet gibt es dringenden Diskussionsbedarf!!!

Merkwürdiges

Ich muss ja oft selbst staunen, wie schräg meine Psyche funktioniert. In letzter Zeit mache ich relativ viel richtig denke ich. Zumindest gehe ich eigentlich mit wenigen kleineren Ausnahmen ziemlich gut mit mir selbst um. Ob das nun die Abstinenz von Alkohol ist, das Nichtrauchen oder das Abnehmen. Und ich war schon lange (= fast 5 Wochen!!!) nicht mehr in einer Notfallambulanz. Alles davon funktioniert. Aber es ist sehr ungewohnt, weil ich mich eigentlich danach sehne, mich endlich wieder schlecht zu fühlen. Den Zustand erreichen, der mich seit 35 Jahren begleitet. Nirvana hat ja so einige Songs, wo die Song-Texte wirklich gut passen, aber das was mich grad umtreibt wird gut durch eine Zeile in „Frances Farmer will have her revenge on Seattle“ beschrieben. Da lautet der wiederkehrende Refrain:

I miss the comfort in being sad

Und der Komfort fehlt mir. Ich fühle mich durch mein Verhalten eigentlich einigermaßen wohl, aber eben auch nicht. Denn gleichzeitig fühle ich mich auch schlecht. Aber das schlecht fühlen fühlt sich nicht wie gewohnt an. Es wirkt fast so, als wenn das „sich gut fühlen“ mir das so sehnlichst herbei gewünschte „sich schlecht fühlen“ praktisch kaputt macht. Und das fühlt sich grad so alles zusammen ziemlich schräg und merkwürdig an. Und es kämpft in mir. Ich hoffe mal, die gute Seite gewinnt. Weil sonst kommt irgendwann wieder der „große Tag der Eskalation“.

Rauchen

Ich war bisher ja moderater Raucher. Das heißt ich habe wie wir Raucher sagen „gesund geraucht, weil eh nicht viel“. Heißt, tagsüber rauchte ich eigentlich nie. Bei der Arbeit sowieso nicht. Also Abends unter der Woche dann vielleicht zwischen 2 und 5 je nach Abend. Also tatsächlich moderat. Eine Schachtel reichte meistens die ganze Woche. Am Wochenende war das ganze dann schwer davon abhängig ob ich Alkohol getrunken habe oder nicht. Alkohol ist ein absoluter Zigarettenmultiplikator. Wenn ich dann doch Samstag Mittags in die Kneipe bin zum Fußball gucken und es dann seinen Lauf genommen hat, dann kam für den Samstag nochmal eine Schachtel dazu. Also würde ich mal sagen so rund 2-2,5 Schachteln pro Woche. Unter „uns Rauchern“ gilt das praktisch als Nichtraucher.

Mehrfach habe ja ich schon verkündet, dass ich jetzt dann aufhören werde. Und getan hab ich es nie. Der Geist war willig, doch die Psyche nicht. Denn der Geist hat mir vordergründig was vorgegaukelt. Das Problem, Rauchen ist was, das ich gern tat um mich auf lange Sicht zu schädigen. Da war immer dieses unterbewußte Gefühl dabei. Dieses Gefühl, dass ich weiß dass es mir nicht gut tut und genau das hat mir gut getan daran. Weniger das Nikotin, mehr das Gefühl mir, dem man sowieso nicht helfen kann noch zu schaden auf eine akzeptierte und völlig salonfähige Art. Das klingt jetzt alles nach einer übertriebenen Interpretation und nach viel zu viel Aufmerksamkeit für ein für viele banales Thema, aber das ist es eigentlich nicht. Es ist nur schwer zu erklären.

Jetzt sprach ich häufig in der Vergangenheitsform, denn jetzt ist das anders. Ich hab tatsächlich mit dem Rauchen aufgehört. Ohne große Ankündigung oder sonstiger Kundgebung. Einfach aufgehört.  Von jetzt auf nachher. Seit etwa 20 Tagen keine Zigarette angefasst. Meine recht volle Schachtel rote Gullis liegt noch immer unangetastet auf dem Fenstersims im Wohnzimmer wie immer. Wieso ich die noch nicht weggeworfen habe weiß ich eigentlich auch nicht. Vermutlich zeigt sich hier zum einen der Hang zur Selbstgeisselung und das was ich schon oft als unbewußte Hintertüre beschrieben habe. Wäre ja langweilig wenn es keine Option zu scheitern gäbe!

Bisher viel es mir relativ leicht sogar. Aber in den letzten Tagen ist es härter. Die Gewohnheit. Die eben eine ganze Weile braucht, bis sie sich ändert. Ganz schlimm ist Langeweile. Da war rauchen tatsächlich auf eine seltsame Art und Weise hilfreich. Dazu kommen schlechte Gefühle. Nach Art des Borderliners. In den letzten Tagen sind die stärker. Und da fehlt mir diese gewollte und verhältnismäßig harmlose Art der Selbstschädigung. Das wird der härteste Gegner in den nächsten Wochen werden. Und die Langeweile. Aber drei Wochen sind schonmal ein Anfang. Immerhin der Suchtfaktor durch Nikotin ist damit schonmal abgehackt. Drei Wochen, in denen ich entgegen gängiger Klischees 2kg abgespeckt habe und mit Nichten irgendwo die nun angeblich gesparten ~40€ übrig habe.

Veni vidi promovici.

Keine Ahnung, ich hatte nie Latein und in Sprachen an sich war ich auch immer ziemlich scheiße. Aber nun ist es wirklich vollkommen vollbracht. Die gedruckten und genehmigten Exemplare der Dissertation sind da, die Promotionsurkunde und das dazugehörige Zeugnis ebenfalls.

Jetzt darf ich mich also offiziell „Dr.“ nennen. Wow. Irgendwie wirkt das alles ziemlich surreal. Und was immer sehr gern passiert, ich denke irgendwie muss hier eine Verwechslung vorliegen. Oder ich überlegen ob es Gründe gibt, dass mir der Titel irgendwann wieder aberkannt wird. Denn das ist tatsächlich was, dass ein Teil in mir eigentlich erwartet. Es muss so kommen. Und ich habe Angst davor, dass ich mal wieder so eine Hintertür eingebaut habe. Unbewusst. Das passiert nicht selten sowas in der Art. Damit ich irgendwann den „Karl-Theodor“ mache und dann kein Titel mehr habe. Und dann wieder sagen kann „Ha! Siehste, ich hab’s ja gewusst, es musste ein Irrtum gewesen sein einen wie dich zu promovieren. Einmal nutzlos, immer nutzlos!“.

Aber ich bin auch etwas stolz auf mich. Denn wenn ich mal meinen „Werdegang“ betrachte, dann ist der trotz allen Hindernisse in meinem Leben eigentlich beachtlich. Denn mit einer begleitenden Persönlichkeitsstörung gibt es sehr viel Hindernisse. Und man beseitigt diese in der Regel nicht sondern wirft sie sich nur weiter vorne wieder selbst in den Weg. Ich glaube das ist was, wo ich zurecht stolz drauf sein darf und im Ansatz kann! Auch wenn ich mir immer versuche das auch wieder schlecht zu reden, ich habe mich wirklich entwickelt und soviel kann ich nicht falsch gemacht haben. In der 11. Klasse sitzen geblieben, beim Wiederholen fast von der Schule geflogen (ich war zu der Zeit nicht einfach, dazu am Rand zum Abrutschen in ungesunde Strukturen und sprachlich eine völlige Niete). Kein Plan B gehabt. Evtl. hätte ich eine Lehre als Koch begonnen. Dann ging’s dank eines Lehrers (der damalige Klassenlehrer, guter Mensch!) doch weiter, weil er sich sehr für mich eingesetzt hatte und als Chemielehrer auch mein naturwissenschaftliche Begabung erkannt hatte. Er glaubte an mich. Ehrlich gesagt mehr als ich an mich. Damals konnte ich das gar nicht verstehen wieso jemand an mich glaubt, denkt ich könnte noch was erreichen. Also doch noch Abi gemacht, mit nem schlechten 2,x Schnitt. Dann Studium, Diplom mit 1,3. Die erste 1,0 in einer Prüfung seit der Grundschule war im Hauptstudium. Und bei der Promotion mit 1,1 sogar noch ne Schippe drauf gelegt.

Ich hab insbesondere der Französischlehrerin in der 11. Klasse klar gemacht, dass ich ihre deppate Sprache nicht brauche um was zu erreichen. Und ich hab das eingehalten! 😉 Und siehe da, man kann völlig überraschend auch mit nur mäßigen Französischkenntnissen bis zur erfolgreich abgeschlossenen Promotion gelangen!! Vielleicht hätte ich ihr das nicht dauernd so direkt sagen sollen, aber wie gesagt ich war sicher viel, aber kein einfacher Schüler 😉

Der damalige Klassenlehrer wird auf jeden Fall bald Post bekommen und ein Exemplar bekommen und ein persönliches Danke. Unterschwellig wusste ich schon lange dass ich ihm viel zu verdanken habe, aber es wurde mir immer klarer. Und ich denke auch für ihn eine Bestätigung, dass es sich gelohnt hat sich für mich einzusetzen. Denn wäre er nicht gewesen, wäre ich jetzt vielleicht im besten Fall Koch oder aber ein drogenabhängiger Alkoholiker, jedenfalls ziemlich sicher kein promovierter Wissenschaftler!

Anti-Fa

Viele Blogger nutzen eine solche Möglichkeit ja, um Produkte für den interessierten Leser vorzustellen. Heute, etwa 3 Jahre nach meinem ersten Blogbeitrag möchte ich auch das erste mal eine Produktbesprechung vornehmen. Es handelt sich um diesen revolutionären Hygieneartikel:

„Anti-Fa – die wilde Frische von der Straße“, eine Produktlinie vom Fußballzweitligisten FC St. Pauli. Obgleich ich kein Fan vom FC St. Pauli bin muss ich sagen, ist dem Verein mit diesem Produkt ein Geniestreich gelungen.

Die Reaktionen darauf lassen ja nicht lange auf sich warten. Martin Hess, MdB der AfD beispielsweise weiß hier zu rezensieren:

„Mit diesem Produkt solidarisiert sich der FC St. Pauli mit der Antifa, die für zahlreiche massive Angriffe auf Polizeibeamte verantwortlich ist. Diese Solidarisierung ist inakzeptabel“

Ach so ist das? Der FC St. Pauli ist also gegen Nazis? Nein? Doch! Oh! Das ist ja nun ziemlich neu….. Der überhaupt nicht geschätzte Kollege Hess vergisst bei dem ganzen, dass Antifa zunächst einmal eine Abkürzung für „Antifaschismus“ ist und für eine Bewegung gegen eben selbigem gilt. DIE Antifa gibt’s schon mal gar nicht. Entgegen diverser Meinungen von hängengebliebenen AfD Mitgliedern ist die Antifa kein Verein der man beitritt oder es gar ein „Mitgliedsausweiß“ gibt. Und die Antifa ist auch nicht radikal oder gewaltbereit. Genauso wenig wie die gesamte AfD gewaltbereite Neonazis sind. Besonders die AfD sollte ob der Pauschalisierung eigentlich wissen, dass es schwarze Schafe überall gibt. Aber „wissen“ und „AfD“ in einem Satz schließt sich ja i.d.R. kategorisch aus. Ich finde, in diesen Zeiten sollte jeder mal wieder ein wenig mehr mit Anti-Fa duschen und klare Kannte zeigen gegen Rechte hetze, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Demagogen, Antisemitismus, Denunziation und co. Anti-Fa, das Produkt um genau diese Sachen mal wieder salonfähig zu machen, weg von diesem ewigen „Linksextremistisch“ oder „Linksradikal“. Nein, „Antifa“ ist an sich erst mal eine ganz vernünftige Einstellung.

Auch die Reaktionen von einem der bescheuertsten Konzerne des Planeten „Henkel“ lässt nicht lange auf sich warten. Denn er befürchtet Einbußen für sein Duschgel „Fa“. Really?  Ich glaube das wird fast eher sogar gratis beworben dadurch. Und wie gesagt, als kritischer Betrachter des globalen Raubtierkapitalismus sage ich, auch hier trifft’s wenn dann nicht die falschen.

Ich würde sagen, der FC St. Pauli hat aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Betroffene Hunde bellen ja bekanntermaßen am schnellsten und am lautesten. Und mit Rudolf äh Martin Hess (sry, Freud’scher) trifft nen Rechten und mit Henkel nen unsozialen Großkonzern.

Anti-Fa! Das Duschgel, das sorgfältig und schonend alle braunen Stellen entfernt 😉