GdB

Ich habe lange gehadert ob ich den Grad der Behinderung (GdB) für mich mal feststellen zu lassen.

Jetzt aber hab ich’s doch gewagt und bin gespannt was dabei raus kommt. Unsicher bin ich mir von Zeit zu Zeit ja doch auch immer noch. Aber die aktuelle Situation hat mich dazu gebracht es zu wagen.

Naja Schäden werd ich davon wohl keine nehmen und wenn, dann wird es auch irgendwie weiter geht. Denn obwohl ich denkbar pesimistisch in die Zukunft gucke, mit vielen Dingen zu Kämpfen habe fällt mir doch auf, dass ich es immer irgendwie geschafft hab. Und deswegen hab ich eigentlich nur wenig Angst was passieren wird.

Gut zu wissen, dass ich in diesen Zeiten das sehen kann, dass ich sprichwörtlich immer wieder aufstehe und neu laufen lerne.

Werbeanzeigen

Psyche

Auf Arte kam gerade eine Dokumentation über „Psyche“. Nicht das, was man sonst kennt, sondern über die griechische Göttin Psyche. Und sofort versteht man, wieso Psyche Psyche heißt.

Man könnte grad meinen, der Geist der Psyche wohnt in mir….. Ok über den Satz muss ich im Allgemeinen nochmal nachdenken ☺

Ungeschickt

Ungeschickt ist es natürlich schon, sich das Bein zu brechen. Vor allen wenn man dann wieder gefühlte Ewigkeiten auf Krücken gehen muss. Doof allerdings ist, wenn man dann impulsiv wütend wird und mit der Faust in die Tür schlägt. Wie immer erst danach darüber nachdenkt, dass man im Moment ziemlich auf die Hände angewiesen ist. Zum Glück außer paar blaue Flecken nichts passiert!

Ich unterdrücke gerade wohl wieder mal ziemlich extrem wie es mir geht und dann kommt halt bei Kleinigkeiten wie „Duschgel fällt beim Waschen zweimal runter“ die Wut blitzschnell zum Vorschein. Vor allem wenn man sich eben schwer tut sowas wieder aufzuheben, die kleinste Kleinigkeiten recht mühsam wirken und den Eindruck der Hilflosigkeit andeuten.

Frustriert

Ich weiss nicht, ob man überhaupt „nicht-frustriert“ sein kann in manchen Situationen. Allerdings fühle ich mich so, als wenn es mal wieder an mir liegt, andere machen ja viel mehr aus der Situation. Ich deswegen hab ich keine Ahnung ob das ok ist, dass ich grad rein gar nix tue oder ob ich nur mal wieder unmotiviert rumhänge, depressiv und in Selbstmitleid schmollend.

Jedenfalls ist es im Moment wieder ne harte Zeit in der ich viel allein bin, mir soziale Kontakte abgehen die ich ja brauche und hasse gleichzeitig. Wenn die aber gar nicht stattfinden oder sich auf hilfsbedürftigkeit reduzieren, dann sind die für mich doppelt hart. Eine Zeit wo alles ankotzt und zu viel ist. Und dann gibt’s nicht mal mehr Morphium, was zweifelsohne (und traurigerweise) eins der wenigen Highlights war die letzten Wochen.

Misanthrop

Mir fällt auf, ich hab in den letzten Jahren ziemliche Vorurteile gegen Menschen aufgebaut. Die meisten Menschen haben bei mir eigentlich erst mal einen schweren Stand, weil ich ihnen sehr reserviert, bzw. ablehnend gegenüber trete. Mir war das im Krankenhaus jüngst wieder aufgefallen. Ich berichtete ja zuletzt von den neuen Mitbewohnern hier in Zimmer.

Und ja manche Einschätzungen sind richtig gewesen, denn ich habe aufgrund meiner Vergangenheit eine exzellente Menschenkenntnis aufgebaut. Aber aus irgendwie einen Selbstschutz vor möglicher Nähe habe ich durchaus viele negative Projektionen generiert um jedem Menschen was bedrohliches, gefährliches anzuheften.

So ist der eine zwar schon so ein etwas einfacher Typ und meckert gern über absolut alles. Und ja er ist auch ein „Alt-hool“ des örtlichen Fußballvereins. Aber er ist überhaupt nicht gefährlich oder bedrohlich. Im Gegenteil, er hat sigar ein Hof mit Tieren, alten oder aufgegeben die er begleitet bis zum Tod, praktisch ein Tierhospiz. Was ich so nicht vermutet hätte.

Ich sollte lernen diese irrealen Vorurteile zum Selbstschutz vor drohender Nähe abzulegen und in den Griff zu bekommen. Ich ersticke die Chance auf eine gute „Beziehung“ derart im Keim, dass ich sicher sehr unfreundlich wirke.

Wird bei Beziehungen zu Frauen sicher gleich sein, was das Interesse an mir sicher ins unermessliche steigen lässt (um es mal ironisch-sarkastisch auszudrücken).

Die Anderen

Immer alles auf „die Anderen“ schieben ist leicht. Soll ja das Grundprinzip einer nicht näher bezeichneten nationalsozialistischen Partei namens AfD sein. Ähh. Also es ist auf jeden Fall sehr einfach. Und so habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich intern gewollt war andere verantwortlich zu machen. Es ist eben leicht.

Nach 2 Tagen „sturmfrei“ im Krankenhaus habe ich heute natürlich zwei Leidensgenossen bekommen. War zu erwarten, denn wenn OP Betrieb ist, ist das KH eigentlich immer so voll, wie ich an einem soliden Bundesliga Samstag (also eigentlich total überfüllt).

Interessante Mischung im Übrigen. Ein eher rustikal und unsympathisch, skurril wirkender, „einfach gestrickter“ (tendenziell) Wutbürger, der auf den zweiten Blick erstaunlich nett ist so oberflächlich jedenfalls. Dazu ein etwas betagterer Moslem – schwer zu sagen woher – incl. Frau mit Kopftuch die obwohl der Herr eigentlich nur geschlafen hat (ok nach der OP hat er zwischendurch auch gejammert), nie entfernt auch nur den Anschein machte einfach morgen wieder zu kommen, weil es einigermaßen sinnlos war ~13 Stunden gier zu sein. Nein sie lag stundenlang am Fussende an der Bettkante. Die Rollenverteilung in diesem Haushalt kann ich nur erahnen! (Alles übrigens Wertungsfrei ich respektiere und akzeptiere alles was nicjt offensichtlich jemand Schaden zufügt!)  Ich sprach ab und zu mit ihr,  sie war eigentlich sehr nett! Für meinereiner wirkte das nur etwas merkwürdig ehrlich gesagt. Oder zumindest ungewohnt.  Da würden mich auch die Gedanken des anderen Kollegen interessieren, wobei ich da eine Ahnung habe, da ich ihn nicht zwingend im islamfreundlichen Spektrum verortet hatte.

Jedenfalls unabhängig der Personen haben die mein Luxus und meine Komfortzone des Alleinseins zerstört. Dahin ist die Privatsphäre. Und natürlich ist nun hier eine Leben „in der Gemeinschaft“ angesagt. Das i.d.R. de facto etwas anders verläuft. Dennoch merke ich beim essen, dass ich anders esse und denke „das liegt nur an euch!“ und male mir böse Blicke aus für jeden hier! Nur wegen euch kann ich nicht so essen wie ich immer esse! Nur wegen euch kann ich nicht mehr ich sein!

Und ja ich kann’s wirklich nicht. Aber es liegt an mir, nicht an den anderen, denn wahrscheinlich wäre denen dass reichlich egal was der wie ich esse oder was ich mache während die auf ihre OP warten…. Ach mann, das war viel einfacher die dafür verantwortlich zu machen 😦

Opium für’s Volk

Nunja, es standen aus meiner Sicht komplizierte Entscheidung an was Veranstaltungen und verschiedene Freundeskreise angeht an. Und die Frage der Freundschaftsbeziehung bzw. Distanz oder Tiefe der Freundschaft.

Elegant habe ich dieses Problem umschifft. Ganz einfach, man breche sich fix mal wieder das Bein und buchsiere sich ins Krankenhaus. Fertig. Da sind die Entscheidungen getroffen und wenig flexibel. Und es gibt harte Drogen um sich gut zu fühlen. Ok das Mophium ist gegenwärtig das einzige was gegen den physischen Schmerz hilft, aber es entspannt auch nebenher ganz gut.

Also verbringe ich das Wochenende alleine mit Morphium und Oxy im KH anstatt mich für einen Plan entscheiden. Natürlich war das Pech mit dem Beinbruch, aber ich glaub langsam nicht mehr an Zufall was das angeht….