Grad der Behinderung

Ich weiß nicht wieso ich da drauf kam, aber ich spiele mit dem Gedanken ein „Grad der Behinderung“ feststellen zu lassen. Der Gedanke kam plötzlich auf, denn im Grunde hat das ganze ja schon ettliche Vorteile, je nach GdB steuerlich, finanziell oder auch was die Anzahl der Urlaubstage angeht (und die finde ich ehrlich gesagt am besten, denn wer psychische Krankheiten im Alltag zu bewältigen hat, der kann bis zu 5 Tage Urlaub mehr im Jahr eigentlich sehr gut brauchen!).  Behält man den GdB kann man sogar früher in Rente gehen. Vor allem aber muss man doch recht viel Therapie (sei es für Rücken oder Psyche) selbst zahlen. Natürlich bekommt man gewisse Anzahl an Stunden Therapie bezahlt, aber mit um es mal so zu sagen, mit Krebs wird man auch nicht nur für 3 Tage krank geschrieben und nimmt paar Grippostad. Ich denke der Gedanke an die Bestimmung des GdB resultierte aus der Laune und Idee „wenn ich schon täglich so nen Scheiß aushalten muss,  dann möchte ich auch jeden Vorteil daraus ziehen, den es gibt“. Denn die Tage aktuell sind wieder recht hart. Zäh wie grauer Honig und mit einer spürbar ansteigenden Spannung. Wenig genießbar. Dazu der geplante Urlaub abgeblasen auf den ich mich freute. Im Grunde mehr oder weniger alltägliches was allerdings durchaus schwerer zu verdauen ist für mich, denn ich hänge da auch wieder emotional drin, wo es eigentlich völlig unnötig ist.

Es könnte schon einiges auf die Liste kommen. Borderline, Dysthymie, rezidivierende depressive Episoden (schwer) (und in Kombi mit Dysthymie dann auch „double depression“), Somatisierungsstörung, Wirbelgleiten mit im Grunde chronischen Rückenschmerzen und durchaus eingeschränkter Beweglichkeit incl. widerkehrenden leichten Bandscheibenvorfällen, Kniegelenkarthrose in Folge des Tibiakopfbruches mit eingeschränkter Beweglichkeit.

Also in der „Summe“ (es wird ja nicht wirklich summiert, aber gesamt bewertet) rechne ich mir schon Chancen auf nen gewissen Prozentsatz aus und in der Tat habe ich jährlich auch durchaus signifikante Ausgaben aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden.

Anderseits erschreckt mich die Idee davon auch ziemlich. Der Gedanke dann evtl. ein GdB von 30 oder gar 50 zu bekommen (das würde „schwerbehindert“ bedeuten) ist schon sehr unangenehm. Weil ich mich als solches irgendwie nicht seh. Zum Einen ist das Wort „behindert“ in mir anderst assoziiert, zum Anderen sind diese Leiden ja schon Jahre bis Jahrzehnte vorhanden und so normal wie Schnee in den Alpen. Ein Leben ohne Rückenschmerzen kenne ich gar nicht. Ebenso wenig ein Leben ohne Schwierigkeiten mit mir selbst oder in Beziehungen. Oder ein Leben wo nicht min 50% der Tage eine Qual sind. Man gewöhnt sich (leider oder praktischerweise?) daran.

Und dazu kommt, wenn man ein GdB hat müsste man seinem Arbeitsgeber davon berichten. Und auch hier macht es mir Angst. Angst davor abgelehnt zu werden und direkt rausgeworfen…..obwohl ein bestimmter GdB ja genau das eigentlich verhindert (i.d.R.).

Werbeanzeigen

3 Gedanken zu “Grad der Behinderung

  1. Hi, also ich sag mal so: was hast Du zu verlieren?
    Wenn es schon solche Erleichterungen gibt, warum nicht in Anspruch nehmen? Ja ich weiß *ich bin es doch nicht wert* und *anderen geht es noch viel schlechter* ect.pp…
    Bei mir war es damals aus reinstem Trotz. Ich bekomm Rente? Ha da wollen wir mal sehn ob ich auch den Schwerbehindertenausweis bekomm. Bekam ich. Beim 1.Anlauf gleich 50 Grad. OOHH ÄÄHHH…echt jetzt?
    Die Vergünstigungen in Kultur, beim Hallenbad und Bücherei ect. nehme ich gern mit. Das hilft mir. Auch bei der Wohnung sollte meinem Vermieter mal Eigenbedarf einfallen usw..
    Das so meine Gedaken dazu 😉
    LG

    Gefällt 2 Personen

  2. Danke Dir! Ich werde da mal drüber Nachdenken und auch mal mit meiner Thera evtl. darüber sprechen. Ich bin mir halt unsicher ob es ein Erfolg gibt. Ich tu mir schwer mit Ablehnung und so ein „was wollen sie denn nun?“ wäre schon wieder ein Schlag ins Gesicht.
    Ist halt die Frage ob das berechtigt oder irreal ist, der Gedanke.
    LG

    Gefällt mir

  3. ah ok versteh. Ja den Gedanken hatte ich irgendwie nicht. Das Atm dass das entscheidet ist unpersönlich und ich hatte niemanden vorher was gesagt. Also wenns eine Ablehnung gegen hätte, hätt das niemand erfahren und ich hätt das alles schnell verdrängt.
    Klar Thera ist da guter Ansprechpartner 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s