Selbstdarstellung

Die Fortbildung „Die Kunst sich selbst zu präsentieren“ war sehr anstrengend. Zwei Tage von morgens bis abends mit vorgehaltenem Spiegel seine Fähigkeit sich zu präsentieren verbessern.

Speziell wenn man  die Diagnose „Borderline“ hat und Erfahrung auf dem Gebiet der Psychotherapie vorweisen kann. Das sensibilisiert. Und zwar stark.

Was sind die wesentlichen Punkte:

  • es gibt kein falsch oder richtig
  • seine Stärken herausarbeiten und zeigen
  • Authentizität
  • die Rolle des Vortragenden spielen

Wo ist das Problem? Nunja, „richtig“ und „falsch“ ist als Borderliner erstmal die grundsätzliche Schubladenbeschriftung in die ALLES kommt. Ganz schwierig ist es erstmal, etwas nicht zu bewerten, ich wage sogar zu sagen, es ist (für mich!) unmöglich etwas nicht zu bewerten. Und bewerten heißt für mich nur „gut“ oder „schlecht“. Es gibts nix dazwischen, weil dazwischen gibts keinen sicheren Bereich. Und Unsicherheit ist unaushaltbar. Es gibt auch ein „fast gut“. Fast gut ist automatisch „schlecht“. Seinen eigene Interaktionen also in der Fortbildung nicht zu bewerten, fast ein Ding der Unmöglichkeit. Nunja, ich habs versucht, oberflächlich vielleicht auch „geschafft“ unterbewußt merke ich aber längt, dass ich jeden Auftritt meiner selbst längst bewertet habe. Getreu dem Motto „keine Komplimente sind auch Kritik“ natürlich auch gemäß der o.g. Schubladen.

Seine Stärken herausarbeiten. Nunja, in dem Satz gibts schon min zwei Schwierigkeiten. „Seine“ und „Stärken“. Um meine Stärken herauszuarbeiten müsste ich jene erstmal kennen. Allen voran müsste ich mich kennen. Gar nicht so einfach, wenn die Identität so fragil ist wie ein Kartenhaus im Tornado. Stärken? Auch diese sind nur schwer als solche zu identifizieren wenn der Selbstwert an 300 von 365 unter Null liegt, man sich damit maximal arragniert hat. Offensichtlich kann ich aber irgendwie doch gut „mich“ präsentieren. Ich schreibe „mich“ bewußt in Anführungszeichen, da ich mir dabei nicht sicher bin, aber wir Borderliner sind ja sehr gute Rollenspieler und können auch eine Fortbildung zu unseren Gunsten manipulieren. Ich rede vor allem zu schnell, sonst kann ich also gut erzählen und habe viel Fantasie, heißt es seitens des Seminarleiters.

Kann man authentisch wirken, wenn man nicht weiß wen man grad als Rolle spielt und wenn sogar das Lebensgefühl nicht authentisch anfühlt? Ich glaube nicht. Die Teilnehmer und der Seminarleiter fanden es authentisch. Sie wissen aber auch nicht, dass ich im Leben schon eine Rolle spiele und auf der Bühne quasi eine Rolle in der Rolle annehme.

Womit ich zur Rolle des Vortragenden komme. An der Stelle glaube ich sehr wohl, dass dies eine allgemeine Stärke von mir ist. Ich kann eine Rolle perfekt spielen. Ich bin etwas wie ein Chamäleon was das spielen von Rollen angeht. Ich kann mich sehr gut der Umgebung anpassen, das machen was andere von mir erwarten, auch wenn sich das gar nicht mit meinem Interesse oder Empfinden deckt. Und ich kann allen anderen, so schlau sie auch sind, immer ein Schritt voraussein im spielen der Rolle. Somit habe ich kein Problem auch die Rolle des Vortragenden in der Rolle des interessierten phd student zu übernehmen. Authentisch? Der Vortragende sicher, der interessierte phd student sicher nicht.

Fazit: Sehr anstrengende aber interessante Tage. So ein Seminarleiter achtet auf viele Dinge, Dinge auf die 12 von 13 Teilnehmer nich achten. Einer (ich) schon. „Beobachten sie mal andere Menschen unter den genannten Aspekten, ihr werdet staunen was ihr alles erkennt“. Ja ich weiß, ich mach das mein Leben lang schon 😉 Somit habe ich viel gefühlt die letzten Tage, bisschen was gelernt und bin froh, dass jetzt bald Wochenende ist 🙂 Denn obwohl meine Arbeit bisschen gelitten hat unter dem straffen Programm bin ich echt platt davon!!

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3 Gedanken zu “Selbstdarstellung

  1. Das ist der quasi lateinische Begriff für „Doktorgrad“. Wie recht viel im wissenschaftlichen aus dem lateinischen „philosophiae doctor“. Wieso das allgemein so heißt, keine Ahnung, weil Philosophie ist sicher da wo ich nicht bin 😛

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