Halo I bims, 1 Psücho

Seit der letzten Therapiesitzung passiert wieder einiges mit mir. Sie brachte zur Sprache, dass es vielleicht hilfreich wäre, dass ich mal zum Psychiater gehe. Was soll das heißen? „Zum Psychiater gehen?“  Will sie mich los werden? Bin ich nen hoffnungsloser Fall, dass jetzt nur noch Tabletten helfen? Angeblich wären Anzeichen einer „Hypomanie“ vorhanden. Weil ich berichtete, dass ich mich zuletzt sehr gut gefühlt hatte, voller Tatendrang und Energie (siehe Sunny Day ). Das heißt also, wenn es mir beschissen geht, dann ist das ok? Wenn ich mich im Gegenzug gut fühle, dann soll ich zum Psychiater? Nach nun vier Tagen drüber nachdenken bleibt diese Schlussfolgerung leider bei mir hängen. Und ich versteh die Welt nicht mehr. „Zum Psychiater gehen?“ Je länger ich drüber nachdenke merke ich, wie mich das innerlich beschäftigt und ich wütend werde. Alte Mechanismen setzen ein „Will sie mich loswerden?“ „Die tut mir unrecht, das stimmt so nicht!“ „Was hab ich falsch gemacht, dass sie mich nun wegwirft?“ „Zum Psychiater gehen?!?!? What the fuck?!?“ „Wenn sie nicht versteht was in mir los ist, dann tut das wohl keiner!!“. Immerhin glaube ich noch, dass sie eigentlich nix dafür kann, aber es fällt mir schwer, denn die Gefühle passen nicht mehr zu dieser Art von Glauben.

Ich befürchte, das hat schonmal gereicht um meine grad halbwegs stabile Welt schwer ins Wanken zu bringen. Hoffentlich stürzt sie nicht ein……

„Zum Psychiater gehen….??!?“

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Sportstudie

Heute habe ich auf der im höchsten Maße seriösen Nachrichtenplattform http://www.gmx.de eine interessante Studie der Universität Karlsruhe gelesen. Das Ergebnis kurz zusammengefasst:

  • „Schon bei zwei Stunden Sport pro Woche sinkt das Risiko für das Metabolische Syndrom – also Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte – um das Fünffache“, so der Forscher XY.
  • Ein weiterer positiver Effekt: Die körperliche Betätigung mache schlicht glücklich sowie emotional ausgeglichen und beuge zudem Demenz vor.

Ich fahre seit Jahren (dieses Jahr mal außen vor gelassen) jede Woche rund ~5-7h Fahrrad, habe leichtes Übergewicht, Bluthochdruck und über emotionales Gleichgewicht möchte ich lieber nicht sprechen. Ok der Mittelwert von minus und plus unendlich dürfte auch grob Null sein.

Immerhin habe ich noch Hoffnung, demenzfrei zu altern. Wobei das ist natürlich relativ, denn ich glaube meine eher mittelmäßig hohe Lebenserwartung (bezogen auf allgemein eher „riskannten“ Lebensstil und Vorerkrankungen)  beugt einer Demenz effektiver vor 😉

Ich liebe solche Studien. Irgendiwe bin ich bei Studien die gut sein könnten oft der statistische Ausreißer.  Oder wie die Mathematiker sagen: „Ein Leben im Schwanz der Verteilung“.

 

Höhepunkt

Das Telefon im Brüo klingelt. Eine Anfrage, nicht für mich, für eine Kollegin. Die aber nicht da ist. Ich verweise freundlich auf andere Kollegen, die zu dem Thema mehr beitragen können. Mit nur mangelndem Erfolg meinem Gegenüber einen Korb zu geben. Es startet ein etwa 15minütiger Erguss. Ungefragt und unaufgefordert. Erguss an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Von nem Thema, wo ich im Grunde ziemlich keine Ahnung habe. Hörte sich meine Stimme so wissenschafts-erotisch an, dass ich irgendwie unbewußt Signale ausgesendet habe? „Nein heißt doch nein!“ dachte ich mir? Die wissenschaftliche Erregung steigerte sich nicht streng monoton, aber stetig in Richtung Höhepunkt. Ich habe mitgemacht. Mich drauf eingelassen. Aber den Höhepunkt nur vorgetäuscht. Sowas kann ich gut.  (Natürlich nicht beim ursprünglichen Sinne der Wortschöpfung.)

Jetzt verlangt es in mir nach ner Zigaratte. Die Zigarette danach. Gut, dass ich bei der Arbeit nicht rauche.

Ich denke trotzdem drüber nach, ob mir das so von der Art nicht auch in anderen Beziehungen bekannt vorkommt……und muss trotzdem irgendwie schmunzeln. Denn diesmal konnte ich auch mal beobachten, dass nicht nur ich manchmal echt schräg unterwegs bin 🙂

Sunny Day

Und dann ist da wieder ein Tag….ein Tag wo man einfach ein Ohrwurm hat von diesem Lied. Und das ist eigentlich gar nicht so mein Ding. Und ich hab auch nicht im Ansatz auch nur ein Plan, woher, wieso, ähm warum, was, woher, äh….ähhh…ääähhhh??

Und dann merk ich, oh, ich fühle mich heute glücklich, zufrieden, voller Energie, ausgeglichen, stolz, aufgedreht, begeistert, enthusiastisch, lebendig, locker und unbeschwert . Heute würde ich gern Menschen kennenlernen, Menschen helfen, Menschen beobachten, Menschen umarmen, mich mit Menschen freuen, paar Luftsprünge machen, wegen Beinbruch nur symbolisch, Menschen sagen „Hi I bims 1 Tailnemer vong Leben“.

Ich möchte gleichzeitig auf dem Gipfel eines Berges die Arme ausbreiten und am Meer kitschig was in den Sand kritzeln. Gleichzeitig einen Marathon laufen, nebenher paar Bäume pflücken und bequem auf Cuba in ner Strandbar sitzen und ein Mojito schlürfen.

It feels like „YES!“.

Einsamkeit

Ich merke in letzter Zeit, wie sehr mich das Gefühl von Einsamkeit wieder in Besitz genommen hat. Das fiese an Einsamkeit ist, dass dieses Gefühl ziemlich inkognito unterwegs ist. Ich finde es sehr sehr schwer zu merken, wann es von einem Besitz ergreift und dementsprechend auch die Kontrolle übernimmt. Denn es gibt ja auch noch den Verstand, die Logik, die einem sagt „Freunde, immer da. Familie, lebendig. Arbeitskollegen, vorhanden.“ Aber das Gefühl…..das sagt was anderes. Logik und Gefühl vermischen hier „alleinsein“ mit „Einsamkeit“. Und dann ist da noch die Sache mit dem Ei und dem Huhn…. Hatte man erst das Gefühl der Einsamkeit und war dann wirklich auch viel alleine um sich im Gefühl zu bestätigen? Denn Gefühle erkennen und deuten ist auch nicht so einfach, wenn man davon keine Ahnung hat. Oder war man erst viel alleine und fühlte sich dann irgendwann einsam? Jedenfalls ist das Gefühl für mich unerträglich. Ich halte weder das Gefühl Einsamkeit gut aus, noch halte ich es lange aus, alleine zu sein. Generell sind das zwar zwei paar Schuhe, aber bin ich nicht allein, wird die Einsamkeit meistens kontrollierbar.

Nur hab ich das die letzten Tage wieder mal sehr dysfunktional gelöst, das „nicht alleine sein“. Und wenn in dieser Lösung was schief geht (und die Chancen stehen gut, denn dysfunktionale Lösungen sind meistens ein ziemlicher Schwachsinn), dann bin ich ziemlich schnell an der Stelle wo ich einen Anspannungszustand von 70-100% als Entspannung empfinde, um es mal milde auszudrücken. Da ist der Wechsel zwischen Angst, Panik, Wut, Depression, Hoffnungs und -Sinnlosigkeit dann im (maximal) Stundentakt angesagt.

Scheußlich, einfach scheußlich! Und da soll man nebenher dann ein Vortrag vorbereiten und eine Dissertation schreiben. Das trägt an dieser Stelle leider nur wenig zur Stressreduktion bei….. [/sarkasmus off]

The day after yesterday

Heute ist der Tag nach gestern. Einfach ein ganz normaler fucking nächster Tag. Ich frag mich manchmal wirklich, wieso Tage vom Gefühl so dermaßen verschieden sein können. Es ist jeden Tag gutes warmes Wetter, es sind die selben Menschen um mich herum. Eigentlich ist nix passiert, wo ich hätte ausrasten können. Ich weiß es einfach nicht.

Ich hasse das, wenn Tage aus mir unerfindlichen Gründen scheußlich sind. Und irgendwie ist heute so ein Tag. Ein grundlos scheußlicher, quälender Tag.

Es gibt Tage, da gibt es einen klaren Auslöser, da passiert was, ich mache aus ner Mücke nen Gefühslelefanten, aber es ist irgendwie klar. Actio = (übertriebene) reactio. Ganz einfach. Zumindest ist da klar was passiert, ich kann das dann verstehen, analysieren und zukünftig versuchen zu verändern (mehr oder weniger). Und es gibt Tage wie heute. An dene ich mich den geschätzten Kollegen von Metallica anschließen kann

Emptiness is filling me
To the point of agony
Growing darkness taking dawn
I was me, but now he’s gone

 

Being Ida

Wow. Ich habe grad per Zufall eine Doku/einen Film/ein Vlog von Ida (Norwegerin) gesehen, das mich ziemlich umgehauen hat. Ida hat ne (meiner Meinung nach) sehr stark ausgeprägte Form von Borderline und ein Videotagebuch dazu geführt. Das ist ziemlich krass, aber es beschreibt relativ unfiltriert, wie „man sich so fühlen kann“, wenn man sich nicht fühlt und/oder überschwemmt wird mit Gefühlen. Oder einfach nur schlecht fühlt. Und umgekehrt, wie man denkt, jetzt geht das Leben endlich richtig los und aus scheinbar „dem Nichts“ wieder alles zerbricht. Ich möchte nochmal drauf hinweisen, dass dieser Vlog nicht unbedingt was für schwache Nerven ist!! Wie gesagt, es ist sehr realistisch und unfiltriert (für eine starke Ausprügung der BPS).